Westfälische Nachrichten

Mein Lieblingsprodukt

Den Puls der Zeit lesen

Ralf Lünebrink, Leiter Rotation/CTP der Unternehmensgruppe Aschendorff, über die Tageszeitung Westfälische Nachrichten

Guten Tag, Herr Lünebrink. Sie sind Leiter der Rotation in einem Verlag. Was machen Sie genau?
Mein Team und ich produzieren unter anderem die Tageszeitungen für Münster und den Großraum Münsterland. Wir stellen also sicher, dass die Leserschaft jeden Morgen Nachrichten aus aller Welt und das Wichtigste aus der Region lesen kann, auch wenn die Artikel erst mitten in der Nacht geschrieben werden.

Mitten in der Nacht?
Ja, manchmal gibt es sehr späte Ereignisse, die am Folgetag veröffentlicht werden müssen. Am Sonntag, den 13. Juli 2014, schoss Mario Götze beispielsweise gegen 23:24 Uhr das spektakuläre Weltmeistertor: Fußballdeutschland brach im Jubel aus und auch in Münster lagen sich die Menschen in den Armen. Doch während die fußballbegeisterte Menge nachts feierte, machten wir uns auf, die frischen Texte der Redakteure für den Druck vorzubereiten.

Und am kommenden Montagmorgen stand als Schlagzeile…
„Explosion der Freude. Münster feiert den WM-Titelgewinn“ war in den Westfälischen Nachrichten zu lesen.

Was garantiert denn eine solch effektive Arbeit?

Ein eingespieltes Team und eine riesige Rotationsmaschine – so lang wie ein halber Fußballplatz, ganze 15 Meter hoch und 660 Tonnen schwer. Das muss man sich so vorstellen: Die angefertigten Zeitungsseiten, also Artikel, Bilder und Anzeigen, werden auf Druckplatten übertragen und dann kommt die Maschine zum Einsatz. Von einer etwa 1.200 Kilogramm schweren Papierrolle läuft eine 1.400 Millimeter breite Papierbahn durch die Rotationsmaschine und wird beidseitig bedruckt. Anschließend schneidet und falzt die Maschine diese automatisch auf das Zeitungsendprodukt. Danach gelangen die Zeitungen über Transportketten in die Versandhalle und werden automatisiert mit bis zu acht Beilagen bestückt, abgezählt, verpackt und mit Versandadressen versehen – fertig.

Das klingt rasant, aber auch umfangreich.

Pro Stunde werden auf drei Rotationslinien zirka 120.000 Exemplare gedruckt, insgesamt haben wir unter der Woche eine Auflage von etwa 120.000 Exemplaren der Tageszeitung für 384.000 Leser und 120.000 Exemplare für unsere Partnerverlage. Neben dem Druckprozess werden zusätzliche Kontrollen durchgeführt: Wie ist beispielsweise das Druckergebnis oder der Zustand der Rotationsmaschine. Damit alles reibungslos läuft, braucht man einen gut organisierten Personaleinsatzplan.

Welchen Stellenwert hat die Zeitung für Sie?
Zeitung ist für mich ein Produkt am Puls der Zeit. Als Informationsmedium gehört sie zum Alltag der Menschen. Einen Morgen ohne meine Zeitung kann ich mir kaum vorstellen. Andererseits verändert sich das Leseverhalten und auch ich schaue in der Mittagspause mal schnell auf mein Handy und erfahre, was so alles in Münster passiert.

Damit sprechen Sie die neuen Medien wie ePaper und Online-Portale an?
Stimmt. Neben der Tageszeitung gibt es bei den Westfälischen Nachrichten ein vielseitiges Informationsangebot: Das Online-Nachrichtenportal wn.de informiert aktuell über das Geschehen in und um Münster. Zusätzlich kann die ePaper-Version, also die digitale Ausgabe der Tageszeitung, immer und überall auf dem Smartphone und Tablet gelesen werden – und das weltweit.

Die Zeitung bleibt aber Ihr persönliches Herzstück?
Dass die Zeitung jeden Morgen pünktlich beim Leser ist, ist meine Herausforderung und Motivation – jeden Tag und jede Nacht. Wenn aber die Rotationsmaschine druckt und falzt, dann summt sie den Puls der Zeit für mich.

Interview: Sebastian Volk

Steckbrief

Name: Ralf Lünebrink

Alter: 55

Beruf/Tätigkeitsfeld: Leiter Rotation/CTP der Unternehmensgruppe Aschendorff

Im Unternehmen seit: 25 Jahren

Um die Funktionalität dieser Website für Sie optimal zu gestalten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen
AblehnenEinverstanden