Restflächen- abdeckung

Mein Lieblingsprodukt

Der Zug steht über

Florian Thier, Produktmanager Torsysteme, Vertrieb Süddeutschland und Export der Stricker GmbH & Co. KG, über Restflächenabdeckung für den Bahnbereich

Guten Tag, Herr Thier. Sie sind auf Torsysteme im Bahnbereich spezialisiert.
Das klingt erst einmal einfach: Tor auf, Zug rein, Tor zu.

Genau da ist aber der Haken, wenn das Tor geöffnet, aber nicht mehr geschlossen werden kann. Muss ein langer Zug z. B. in eine Halle einfahren, kann das Hallentor aufgrund der Zuglänge nicht geschlossen werden. Er steht dann teilweise außerhalb des Gebäudes. Wir nennen dies: „Der Zug steht über“.

Nun fahren Züge meistens aber in große Bahnhöfe ein.
Stimmt, wenn es um den Personentransport geht. Für diese Aufgabe müssen Züge aber immer wieder überprüft  und fit gemacht werden. Das passiert in meist kleineren Hallen – in Wartungs- und Instandsetzungshallen sowie Wasch- und Enteisungshallen. Dort stehen sie dann über.

Und was machen Sie dann genau an den Toren?

Durch die halbrunde Zugkontur entsteht am Tor eine unverschlossene Fläche links, rechts und oberhalb des Zuges – die Restfläche. Diese decken wir mit der Restflächenabdeckung exakt angepasst an den jeweiligen Zug ab.

Wie werden Restflächenabdeckungen hergestellt?

Der Ablauf sieht ungefähr so aus: Erst einmal werden Stücklisten und Zeichnungen angefertigt, nach denen die Bauteile gefertigt werden, u. a. Zuschnitt von Kunststoffmaterial auf unserem Plotter. Danach erfolgt die Konfektionierung der Baugruppen. Hat unser Kunde einen bestimmten Farbwunsch, ermöglichen wir dies mit einer Pulverbeschichtung. Dann bleiben grob noch drei Schritte: Wir verdrahten und programmieren die Elektrokomponenten und montieren die einzelnen Baugruppen weitestgehend bei uns vor. Das erleichtert die Endmontage beim Kunden.

Die Halle ist dann vollkommen verschlossen?

Genau. Mit der Restflächenabdeckung minimieren wir den Kaltlufteinfall und das Ausströmen warmer Raumluft. Dadurch reduzieren sich der Energieverbrauch und dementsprechend auch die Energiekosten der Kunden.

Es bleibt also schön warm in der Halle…?
Ja, Wärme ist speziell im Winter ein wichtiger Punkt.
Sie sorgt für bessere Arbeitsbedingungen. Das hat auch positive Auswirkungen auf die Motivation der Mitarbeiter, was wiederum die Produktivität steigert. Auch der Krankenstand kann nachhaltig gesenkt werden.

Vor welche Herausforderungen werden Sie in Ihrem Job gestellt?
Reizvoll ist für mich, dass bei jedem Kunden neu entschieden werden muss, welches System eingesetzt wird – ob sich zum Beispiel ein manuelles oder sogar ein automatisches zum Öffnen und Verschließen anbietet. Spannend wird es besonders vor Ort: Wie sind die konkreten Gegebenheiten beim Kunden? Allein die Zugkonturen sind deutlich unterschiedlich, kommen dann noch bauliche Besonderheiten dazu, wird es kniffelig. Da unser Produkt aber in unterschiedlichster Form eingesetzt und kombiniert werden kann, können wir individuelle Lösungen anbieten, die alle äußeren Anforderungen und die Kundenwünsche erfüllen. Das macht unser Produkt einzigartig.

Kann ich Restflächenabdeckungen auch einmal sehen?
Dann kommen sie doch gerne bei uns vorbei: An unserem Restflächenexponat sind alle Abdeckungsvarianten zu sehen. Und zwar haben wir ein etwa mannhohes ICE-Zugmodell und eine entsprechende Tordurchfahrt nachgebaut. Bei der Entwicklung des Restflächenexponats war ich selbst dabei, daher kann ich Ihnen auch sagen, dass der Nachbau des Zugmodells eine echte Herausforderung darstellte. Die war nur im Team zu meistern und ehrlicherweise hat es auch eine Menge Spaß gemacht.

Interview: Sebastian Volk

Steckbrief

Name: Florian Thier

Alter: 30

Beruf/Tätigkeitsfeld: Produktmanager Torsysteme, Vertrieb Süddeutschland und Export der Stricker GmbH & Co. KG

Im Unternehmen seit: 5 Jahren

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